Projektübersicht

Einleitung

Im Rahmen einer DFG-Förderung wird ein nationales Forschungsdatenzentrum für die Archäologie und Altertumswissenschaften aufgebaut mit dem Ziel es in einen eigenständigen Betrieb zu überführen. Die Gesamtdauer des Vorhabens, d. h. die Entwicklung dieses Zentrums, beträgt insgesamt sechs Jahre, die in zwei Phasen von jeweils 36 Monaten unterteilt sind. Die DFG-Arbeitsguppe ist das zentrale Steuerungsgremium von IANUS unter der Leitung von Frau Prof. Dr. Friederike Fless und Herrn Prof. Dr. Ortwin Dally vom Deutschen Archäologischen Institut.

Beteiligte Institutionen

Die DFG-Arbeitsgruppe bildet mit Vertretern verschiedener Institutionen und Disziplinen die Altertumswissenschaften in der Bundesrepublik Deutschland strukturell mit ihren verschiedenen Methoden, aber auch gesellschaftlichen Aufträgen ab. Diese Arbeitsgruppe trifft sich im halbjährlichen Rhythmus, um das weitere Projektvorgehen festzulegen und zentrale, strategische Entscheidungen zu treffen.

Hintergrund und Zusammenfassung

Die altertumswissenschaftliche Forschung steht im Bereich der Informationsinfrastrukturen von Forschungsdaten vor großen Herausforderungen: zentrale Qualitäten wie Austauschbarkeit, langfristige Verfügbarkeit und Nachnutzbarkeit werden nur in einer grundlegenden Wende erreichbar sein. Sie wäre die Grundlage für eine qualitative Steigerung von Forschungsdaten, um die immer komplexeren Fragestellungen der Altertumswissenschaften zu beantworten, eine erhöhte Sichtbarkeit von Ergebnissen im Internet zu erreichen, aber auch eine disziplinenübergreifende Verbesserung von Forschung zu befördern. Ausgehend von diesen Beobachtungen wurde in dem Projekt in der ersten Projektphase eine substantielle Bestands- und Bedarfsanalyse durchgeführt, um darauf aufbauend in der jetzigen zweiten Projektphase eine Organisationsstruktur zu entwickeln, die in ein Forschungsdatenzentrum für altertumswissenschaftliche Forschungsdaten münden soll.

Projektziele

Ziel des Projektes ist es deshalb langfristig eine strukturelle Verbesserung hinsichtlich der Zugänglichkeit, Archivierung, Nachnutzbarkeit und Vernetzung von Forschungsdaten zu erreichen, um dadurch die Forschungsgrundlagen und somit die Forschung selbst qualitativ zu verbessern. Dieses Ziel wird unter Berücksichtigung der von der DFG formulierten „Empfehlungen zur gesicherten Aufbewahrung und Bereitstellung digitaler Forschungsprimärdaten“ umgesetzt werden, indem durch Expertisen, Evaluierungen, Arbeitsgruppen, Umfragen, Konferenzen und Einzelgespräche vor Ort eine disziplinenspezifische Organisationsstruktur für ein Forschungsdatenzentrum für altertumswissenschaftliche Forschungsdaten entwickelt wird, das von der einschlägigen Fachwelt in Deutschland gemeinsam getragen wird.

Vorgehen Konzeptphase 2011-2014

In einer ersten Projektphase wurde zunächst eine Evaluierung und Bestandsanalyse bereits vorhandener technischer, semantischer und institutioneller Lösungen für die kurz- und langfristige Sicherung und Interoperabilität von Forschungsdaten durchgeführt. Dies bedeutete in begründeten Einzelfällen nicht nur, vorhandene Einrichtungen, Systeme und Werkzeuge auf ihre Tauglichkeit für die spezifischen Erfordernisse hin zu evaluieren, sondern darüber hinaus Anwendungsszenarien (Testbeds) zu definieren und zu entwickeln, um die Umsetzbarkeit von möglichen Lösungen empirisch zu testen. Die Arbeitspakete der ersten Projektphase ergaben Berichte und Expertisen mit konkreten Empfehlungen einerseits und Anforderungsanalysen mit ausgewählten Anwendungsfällen andererseits. Die Berichte dienten als Grundlage für den Antrag der zweiten Projektphase, die erfreulicherweise Ende 2014 bewilligt wurde.

Vorgehen Umsetzungsphase 2014-2017

Die Ergebnisse der Konzeptphase, die auf der Ergebnisseite zusammengestellt sind, werden in der jetzigen 2. Projektphase (2014-2017) erprobt, umgesetzt und erweitert. Derzeit werden die Archivsoftware, das Datenportal und das Geschäftsmodell des Forschungsdatenzentrums entwickelt. Außerdem werden erste Forschungsdatensammlungen entsprechend den OAIS-Standards kuratiert, Arbeitsschritte systematisiert und optimiert, sowie erste Datengeber zu den Themen Forschungsdatenmanagement, Datenarchivierung und -bereitstellung persönlich beraten.
Die in der ersten Projektphase eingeführten IT-Empfehlungen für den nachhaltigen Umgang mit digitalen Daten in den Altertumswissenschaften werden auch in der Umsetzungsphase mit großen Elan weiter vervollständigt, sowohl in den Themenbereichen Datenformate wie auch Datenmanagement. Darüber hinaus wird eine neue Informationsinstanz eingerichtet, über die sich Studierende und andere Interessierte über das archäoinformatische Studienangebot in Deutschland informieren können.
Diese Entwicklungen und Workflows sollen bis zum Ende der Projektphase abgeschlossen bzw. optimiert werden, um anschließend den Regelbetrieb des Forschungsdatenzentrums dauerhaft aufnehmen zu können, in dem die Forschungsdaten der Alterumswissenschaftler/-innen langfristig archiviert und für die Öffentlichkeit online zur Verfügung gestellt werden. Der geplante Arbeitsablauf ist in folgender Garfik vereinfacht visualisiert:


vereinfachter nichttechnischer Arbeitsablauf der Datenkuratierung, Bereistellung und Langzeitarchivierung von Forschungsdaten © IANUS

Weiterführende Informationen

Ansprechpersonen:

Maurice Heinrich
Dr. Felix F. Schäfer

IANUS - Forschungsdatenzentrum Archäologie & Altertumswissenschaften
c/o Deutsches Archäologisches Institut, IT-Referat
Podbielskialle 69-71
14195 Berlin

Tel.: 030 - 187711 359

 
Datenschutz