Ausbildung und Qualifizierung

Studiengänge und studienbegleitende Zertifikate zur Archäoinformatik

Die folgende Sammlung führt in Deutschland angebotene Studiengänge und Zertifikate auf, die besondere archäoinformatische Kenntnisse und Fähigkeiten vermitteln. Diese Seite soll dazu beitragen, dass Studierende, die sich entweder im Rahmen eines kompletten Studienganges oder mit einem studienbegleitenden Zertifikat fachspezifische IT-Kenntnisse aneignen möchten, sich einen Überblick über diese speziellen Angebote verschaffen, um sich dann bei den einzelnen Einrichtungen weiter informieren zu können.
Die Zusammenstellung beinhaltet vor allem für die Archäologie und Altertumswissenschaften relevante Angebote.


Bamberg, Universität
- Informationsverarbeitung in der Geoarchäologie - IVGA

Abteilung
Institut für Archäologie, Denkmalkunde und Kunstgeschichte
Abschlussziel
BA, MA
Ansprechperson
Till F. Sonnemann
Link https://www.uni-bamberg.de/ivga/
Kurzbeschreibung
In den Lehrveranstaltungen der Informationsverarbeitung in der Geoarchäologie (IVGA) wird ein breites Spektrum an Theorien, Methoden und praktischen Forschungen an der Schnittstelle zwischen Archäologischen Wissenschaften, Erd- und Umweltwissenschaften und Informatik behandelt. Dazu werden Fallbeispiele aus allen Epochen und Regionen der Erd- und der Menschheitsgeschichte heran gezogen.
Besonderer Wert wird auf eine praxisnahe Ausbildung gelegt. Zu diesem Zweck werden regelmäßig Praktika im Rahmen der nationalen und internationalen Forschungsprojekte der IVGA angeboten, so dass die Studierenden unmittelbare Einblicke in aktuelle Forschungen erhalten. Dem gleichen Zweck dienen Teilnahmen an Fachtagungen sowie Workshops unter Beteiligung auswärtiger Dozenten und Teilnehmer. Ein wichtiger Schwerpunkt der Exkursionen der IVGA ist die von Mensch und Natur gleichermaßen beeinflusste Landschaftsgeschichte, weswegen regelmäßig nicht nur archäologische Fundstellen, sondern auch Geotope im Gelände besucht werden.
Die Lehrveranstaltungen und Module der IVGA werden im Rahmen des BA Archäologische Wissenschaften angeboten, einige Module zudem im Rahmen des MA Denkmalpflege. Ein eigenes MA-Programm der IVGA befindet sich in Planung. Bereits jetzt ist die Promotion im Fach IVGA möglich. Studierende anderer BA- und MA-Programme können IVGA-Exportmodule als Teil des Studium Generale oder im Rahmen von Wahlpflicht- oder Ergänzungsbereichen ihrer jeweiligen Fächer belegen. (Autor / Quelle: Institutshomepage)

Kiel, Christian-Albrechts-Universität
- Archäoinformatik

Abteilung
Institut für Ur- und Frühgeschichte
Abschlussziel
BA, MA
Ansprechperson
Christoph Rinne
Link https://www.ufg.uni-kiel.de/de/professuren-bereiche/ai
Kurzbeschreibung
Das Spektrum in der Lehre reicht vom Generieren digitaler Forschungsdaten auf Ausgrabungen, der Erhebung im Materialstudium und der wissenschaftlichen Auswertung bis hin zur optimalen Visualisierung der Ergebnisse. Neben diesen Kernaufgaben der Archäologie – Dokumentieren, Erheben, Auswerten und Vermitteln – ist die Entwicklung neuer Methoden das zentrale Anliegen der theoretischen Archäoinformatik. Die theoretische Archäoinformatik kommt durch die Abstraktion des archäologischen Befundes zur Bildung von Modellen. Diese Modelle dienen wiederum der Interpretation archäologischer Fakten. Konkretes Beispiel hierzu ist die Analyse von Radiocarbondatierungen aus Serien archäologischer Schichten unter Verwendung des Bayestheorems (Bayliss et al. 2007). In Kiel werden zwei Online-Datenbanken zu europäischen C14-Daten vorgehalten. Diese Datenbanken bieten neben Filtern für Attribute auch einen räumlichen Filter (Mini-GIS), die Kalibration der ausgewählten Daten und den Download der Daten und Grafiken.
Daneben befasst sich die praktische oder auch angewandte Archäoinformatik mit der Entwicklung eigener Programme und dem Etablieren vorhandener Hard- und Software in den diversen Prozessen der archäologischen Forschung und Denkmalpflege. Die Entwicklung von Datenmodellen für die Gestaltung von Datenbanken zur Wissensvernetzung oder der Entwicklung von Archivierungsprozessen für digitale Dokumente wie z.B. cidoc gehören in diesen Bereich.
Das Institut in Kiel setzt in der Lehre und der Praxis neben allgemeinen statistischen Methoden in der Archäologie besondere Akzente durch die komplexe digitale Dokumentation auf den vielen nationalen und internationalen Grabungsprojekten, die geophysikalische Prospektion, Strategien zur digitalen Datenakquise in Forschungsprojekten mittels automatisierter Prozesse (z.B. nonek) oder einer Grundausbildung in der Entwicklung konkreter Datenbanken. Neben diesen wichtigen Forschungsfeldern bietet die Lehre in Kiel einen grundlegenden Einstieg in Hard- und Software im Kontext der Archäologie. (Autor / Quelle: Institutshomepage)

Köln, Universität
- Archäoinformatik

Abteilung
Archäologisches Institut
Abschlussziel
MA
Ansprechperson
Eleftheria Paliou
Link http://archaeoinformatik.uni-koeln.de/
Kurzbeschreibung
Durch die Entwicklung digitaler Technologien hat sich unser Bild der Antike drastisch verändert. Rechnergestützte Methoden ermöglichen das Entdecken von Mustern, Trends und Zusammenhängen in großen archäologischen Datensammlungen, die Modellierung komplexer menschlicher Prozesse und aufschlussreiche Simulationen virtueller Vergangenheiten.
Die Archäoinformatik ist ein sich rasant entwickelndes interdisziplinäres Forschungsfeld, welche sich mit genau dieser Entwicklung und Anwendung rechnerischer und digitaler Methoden in der Archäologie beschäftigt.
Seit vielen Jahren ist die Universität zu Köln eine der führenden Einrichtungen in der Archäoinformatik in Deutschland, welche an vielen Forschungsvorhaben der digitalen Archäologie sowie Kollaborationen auf nationaler und internationaler Ebene teilgenommen hat. Derzeit werden im Rahmen der Bachelor- und Masterstudiengänge Archäologie verschiedene Module mit archäoinformatischen Inhalten angeboten. Ab Oktober 2017 (Genehmigung ausstehend) wird der Masterstudiengang Archäologie zusätzlich zum bestehenden Angebot Archäoinformatik als eine weitere Studienrichtung anbieten. Die neue Studienrichtung wird den Studierenden die Möglichkeit geben, ein breites und tiefes Verständnis digitaler Anwendungen in der Archäologie zu entwickeln. Schwerpunkte sind die Felder Data Science, 3D-Anwendungen, Geographische Informationswissenschaften, räumliche Analyse und rechnerbasiertes Modellieren. (Autor / Quelle: Eleftheria Paliou)

Köln, Universität
- IT-Zertifikat der Philosophischen Fakultät

Abteilung
Philosophischen Fakultät
Abschlussziel
IT-Zertifikat
Ansprechperson
hki-support
Link http://www.itzertifikat.uni-koeln.de/
Kurzbeschreibung
Theorie trifft Praxis – das IT-Zertifikat der Philosophischen Fakultät besteht aus vier stark praxisorientierten Lehrveranstaltungen. In diesen Seminaren können neben theoretischem Wissen besonders unmittelbar anwendbare Fertigkeiten erworben werden. Die Zertifikatsveranstaltungen sind inhaltlich aufeinander abgestimmt und greifen zeitgemäße Entwicklungen im Bereich der Digital Humanities auf. Im Rahmen des IT-Zertifikates werden die Absolventinnen und Absolventen in die Lage versetzt, alle IT-Anforderungen kleinerer und mittlerer Einrichtungen abzudecken und im fortlaufenden Betrieb zu betreuen. Um neue Entwicklungen im Bereich der digitalen Geisteswissenschaften in die Veranstaltungen zu integrieren, werden sowohl Veranstaltungsangebot als auch -inhalte beständig weiterentwickelt.
Das IT-Zertifikat besteht aus vier stark praxisorientierten Lehrveranstaltungen, in denen Sie nicht vorrangig theoretisches Wissen, sondern unmittelbar anwendbare Fertigkeiten erwerben. Damit werden Sie in die Lage versetzt, die gesamten IT-Anforderungen kleinerer und mittlerer Einrichtungen, die typischerweise nach einer Verbindung von Kenntnissen aus dem geisteswissenschaftlichen und dem IT-Bereich suchen, vollständig abzudecken und im fortlaufenden Betrieb zu betreuen. (Autor / Quelle: Institutshomepage)

Leipzig, Universität
- Digital Humanities

Abteilung
Alexander-von-Humboldt-Lehrstuhl für Digital Humanities
Abschlussziel
BA
Ansprechperson
Gregory Ralph Crane
Link http://www.dh.uni-leipzig.de/wo/bsc-dh-program-de/
Kurzbeschreibung
Das Curriculum orientiert sich an internationalen und nationalen Standards für einen B.Sc. Digital Humanities. Im Bachelor Digital Humanities werden der spezifische Gegenstand einer ausgewählten Geisteswissenschaft sowie in gleicher Weise angewandte Informatikkenntnisse vermittelt. Den Fächern aus den Digital Humanities kommt die Aufgabe zu, beide Fachgebiete inhaltlich zu verknüpfen und Anwendungsgebiete für entsprechende Synergien aufzuzeigen und zu vermitteln. (Autor / Quelle: Institutshomepage)

Mainz, Johannes Gutenberg-Universität / Hochschule Mainz
- Digitale Methodik in den Geistes- und Kulturwissenschaften

Abteilungen
Geschichts- und Kulturwissenschaften / Fachbereich Technik
Abschlussziel
Master of Arts Digitale Methodik in den Geistes- und Kulturwissenschaften
Ansprechperson
Kai-Christian Bruhn
Link https://www.hs-mainz.de/technik/geoinformatik-und-vermessung/digitale-methodik-in-den-geistes-und-kulturwissenschaften-master-vollzeit/index.html
Kurzbeschreibung
In deutschlandweit einzigartiger Breite werden im Masterstudiengang unterschiedliche Schwerpunkte mit einem starken Bezug zu modernen Webtechnologien angeboten:
- Verarbeitung von Text und Sprache: Natural Language Processing, Editorik, Retrodigitalisierung, Translationstechnologie, Computerlinguistik
- Verarbeitung von Raumbezug: Geographische Informationssysteme, 3D, Spatial Humanities
- Verarbeitung von Musik und Medien: Editorik von Musik und Noten, digitale Musikphilologie
Eine Besonderheit ist auch der hohe Anteil an Lehrinhalten, den außeruniversitäre Einrichtungen in den Studiengang bringen. Mit eigenen Lehrveranstaltungen beteiligen sich die Digitale Akademie, Akademie der Wissenschaften und Literatur Mainz, das Leibniz-Institut für Europäische Geschichte und das Institut für Geschichtliche Landeskunde an der Universität e. V. Gemeinsam mit dem Römisch-Germanischen Zentralmuseum, Leibniz-Forschungsstelle Archäologie bieten sie zudem im dritten Semester Plätze für ein zehn Wochen umfassendes Praxisprojekt an. (Autor / Quelle: Institutshomepage)

Tübingen, Eberhard Karls Universität
- Zertifikat Digital Humanities

Abteilung
Überfachliches Lehrangebot
Abschlussziel
Zertifikat "Digital Humanities"
Ansprechperson
Matthias Lang
Link http://www.uni-tuebingen.de/einrichtungen/informations-kommunikations-und-medienzentrum-ikm/escience-center/digital-humanities.html
Kurzbeschreibung
Durch das Digital Humanities Center wird ein umfangreiches Lehrprogramm angeboten, das die Vermittlung von Kompetenzen beim Umgang mit digitalen Ressourcen, Methoden und Werkzeugen an Studierende der geisteswissenschaftlichen Disziplinen zum Ziel hat. Hier ist der Erwerb eines entsprechenden Zertifikates möglich. Anders als an anderen Standorten stellen die Digital Humanities keinen eigenen Studiengang dar, sondern verstehen sich als methodische und berufsqualifizierende Ergänzung zu den unterschiedlichen geisteswissenschaftlichen Studiengängen.
Inhaltlich wird das Lehrangebot in drei unterschiedliche Bereiche gruppiert:
- Basismodule zum Erwerb von Grundkenntnissen
- Fachübergreifende methodisch orientierte Module
- Fachspezifische Module
(Autor / Quelle: Institutshomepage)

Digital Humanities Angebote

Falls Sie sich ganz allgemein für Studiengangebote im Bereich Digital Humantities interessieren, besuchen Sie bitte eine der folgenden Angebote:


DigCurV - Digital Curator Vocational Education Europe

Ist ein durch das Leonardo da Vinci-Programm der Europäischen Kommission gefördertes Projekt mit dem Ziel, ein Rahmencurriculum für die berufliche Weiterbildung im Bereich der digitalen Langzeitarchivierung zu entwickeln.

Die Bedeutung des digitalen Sektors ist in den letzen Jahren immens gewachsen. Die rasanten Entwicklungen und Veränderungen im Bereich der Informationstechnologie stellen die Gedächtnisinstitutionen, die für die Verwaltung und die langfristige Bewahrung digitaler Sammlungen verantwortlich sind, vor neue Herausforderungen. Sie müssen ihren Mitarbeitern Zugang zu den dafür notwendigen Qualifikationen ermöglichen. Die digitale Langzeitarchivierung entwickelt sich zu einer der wichtigsten strategischen Prioritäten der Gedächtnisorganisationen. Das Bewusstsein für die Gefährdung digitaler Bestände und mithin die Notwendigkeit geeigneter Maßnahmen zur Sicherung der langfristigen Verfügbarkeit und Nachnutzung digitaler Ressourcen wächst.

Das Projekt widmet sich dem Ausbau der beruflichen Weiterbildung im Bereich der digitalen Langzeitarchivierung, indem unter anderem ein curricularer Rahmen entwickelt wird, an dem sich künftige Weiterbildungsmaßnahmen orientieren können. Diese werden von den Gedächtnisinstitutionen immer dringender nachgefragt, um ihren Mitarbeitern das notwendige Rüstzeug zum langfristigen Management der stetig wachsenden digitalen Sammlungen an die Hand zu geben.

Über eine Projektlaufzeit von dreißig Monaten werden bereits bestehende Weiterbildungsmöglichkeiten und -methoden erhoben und analysiert. Ebenso werden die im Bereich der digitalen Langzeitarchivierung notwendigen Kernkompetenzen und Fähigkeiten sowie der entsprechende Weiterbildungsbedarf ermittelt. Auf der Basis dieser Vorarbeiten wird ein Rahmencurriculum entworfen, das als Grundlage für künftige Weiterbildungsmaßnahmen dienen kann und gegen Ende der Projektphase getestet und evaluiert werden wird. Die Projektergebnisse werden einer breiten Öffentlichkeit zugänglich gemacht und auf in einer Abschlusskonferenz vorgestellt.

DigCurV ist eine gemeinsame Anstrengung von Institutionen aus Europa, Kanada und den USA, die über langjährige Erfahrung in internationaler Zusammenarbeit auf dem Gebiet der digitalen Bibliothek und digitalen Langzeitarchivierung verfügen.

Es ist möglich, sich als Institution zu registrieren, um Informationen auszutauschen, bei Arbeitsgruppen mitzuarbeiten und so ein Netzwerkmitarbeiter zu werden. Mehr Informationen, siehe Website

 
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