AP 2: Interoperabilität

Ziel und Zweck

Die Heterogenität der Daten stellt aus den verschiedenen Disziplinen ein Spezifikum altertumswissenschaftlicher Forschung dar. In Verbindung mit fehlenden inhaltlichen Standards oder unzureichend angewandten Regelwerken bei der Datenerhebung wird ein übergreifender Datenaustausch erheblich erschwert. Daher stellt das Ziel interoperabler Anwendungen eine besondere Herausforderung dar und wird im AP Interoperabilität einmal auf technischer Ebene (AP 2.1) und einmal auf inhaltlich-semantischer Ebene (AP 2.2) beschrieben.

AP 2.1: Technische Interoperabilität

Inhalt

In technischer Hinsicht gilt es, verschiedene Datenformate, Werkzeuge/Services zur Datenmigration, Standards und Schnittstellen zur Datenkommunikation zu prüfen. Hierbei kann auf eine ganze Reihe von Entwicklungen zurückgegriffen werden, die außerhalb der Altertumswissenschaften in IT-Projekten geleistet wurden. Zu nennen sind beispielsweise OASIS, verschiedene XML-basierte Standards (z.B. GML, TEI, PREMIS METS/MODS) und formale Auszeichnungssprachen im Bereich des Semantic Web. Die Verbereitung und der konkrete Einsatz dieser verschiedenen Technologien wurde u.a. auch in den Expertengesprächen im Rahmen der Vor-Ort-Begehungen bei bestehenden Datenzentren diskutiert. Eng verbunden mit den technischen Aspekten ist die Frage nach der nachhaltigen Adressierbarkeit von Daten im Internet, d.h. die eindeutige Identifizierung über persistente Identifikatoren, weshalb auch das Testbed Persistente Identifikatoren in AP 1 eine Relevanz für dieses Arbeitspaket besitzt.

Aktivitäten und Ergebnisse

Mitwirkende

AP 2.2: Semantische Interoperabilität

Inhalt

In der Regel schwieriger als die technischen Fragen verhält sich die inhaltlich-semantische Ebene von Interoperabilität (AP 2.2). Zwei Hauptgründe sind hierfür zu nennen: Erstens existieren verschiedene Metadatenmodelle zur Beschreibung kultureller Informationen: z. B. Dublin-Core als einfache, aber verbreitete Konvention, die international von verschiedenen Verbänden (z.B. Museen, Archive, Bibliotheken, Regierungen, Fachdisziplinen) als kleinste gemeinsame Metadatensprache entwickelt wurde. Weiterhin seien ADeX® als Austauschformat der Landesarchäologen, MuseumsDAT, CDWA Lite, LIDO, MODS und CCO im Bereich der Museen und Dokumentation von Kulturgütern, FRBR für bibliographische Metadaten, der vom Europarat empfohlene International Data Core Standard for Archeological Sites and Monuments oder ArcheoML (Archaeological Markup Language) in amerikanischen Repositories genannt.
Bei vielen der genannten Datenmodelle sind Bemühungen zu beobachten, ein Mapping der eigenen Strukturen auf das umfangreiche CIDOC-CRM zu implementieren. Inwieweit sich hierdurch die Möglichkeit eröffnet, die existierende Heterogenität, die sich allenfalls in kleinen Teilbereichen homogenisieren lässt, mit domänenübergreifenden Content-Reference-Modellen zu integrieren, wie dies mit vielversprechenden Ansätzen auf Basis von semantic web-Technologien in dem WissKI-Projekt entwickelt und mit großem Erfolg in der US-amerikanischen Geoinformatik von Geongrid praktiziert wird, muss im Rahmen des Arbeitspaketes untersucht werden.
Der zweite Grund ist darin zu erkennen, dass die existierenden Vokabulare (z. B. Begriffssystematiken in der Museumsdokumentation, Gemeinsame Normdatei GND, Virtual International Authority File VIAF, Iconclass, The Getty Art & Architecture Thesaurus AAT, The Getty Thesaurus of Geographic Names TGN, Geonames) oftmals sehr fach-, projekt- oder institutionenspezifisch sind (z. B. beschäftigt sich im Verband der Landesarchäologen eine AG mit dem Problem der Harmonisierung von bundeslandspezifischen Thesauri der Denkmalbehörden), nicht in allen Disziplinen angewandt werden und für manche Bereiche gänzlich fehlen. Letzteres gilt auch für Richtlinien, Guidelines, Best-Practice-Guides, die im besten Falle innerhalb einzelner Organisationen Beachtung finden (z.B. hier). Bei der Evaluierung der verschiedenen Projekte und Initiativen ist ein besonderes Augenmerk auf solche zu lenken, die sich durch erfolgreiche, d.h. im Arbeitsalltag der Forscher leicht einsetzbare und im Internet verwendbare Lösungen auszeichnen.

Aktivitäten und Ergebnisse

Mitwirkende

 
Datenschutz