AP 1: Daten-Infrastruktur

Ziel und Zweck

Arbeitspaket 1 beinhaltet eine Evaluierung von bereits vorhandenen Forschungsdateninfrastrukturen, sowohl unter technischen, generischen als auch fachspezifischen Gesichtspunkten. In den vergangenen Jahren sind sowohl auf nationaler wie internationaler Ebene (gefördert durch das BMBF, die DFG und die EU) Konzepte und Technologie-Lösungen für die Sicherung, Archivierung und langfristige Bereitstellung von Forschungsdaten angestoßen und zum Teil verwirklicht worden. Diese lassen sich einerseits durch ihre technischen Eigenschaften (z. B. Rechenleistung, Storage-Kapazitäten, Software/Systeme, Sicherheit, Personal, etc.) und andererseits durch ihre fachwissenschaftlichen Aufgaben (z. B. Entwicklungsarbeit, Services, Beratung, Dokumentation, Kooperationen, etc.) beschreiben. Diesen beiden Facetten werden zwei unterschiedliche Unterpakete gerecht, in denen überprüft wird, inwieweit die bestehenden bzw. momentan im Aufbau befindlichen Infrastrukturen für die Anforderungen der domänenspezifischen Daten geeignet sind und im Rahmen des geplanten Zentrums genutzt werden können. Dabei wird sich auch herausstellen, welche Anforderungen noch nicht erfüllt werden und daher mittelfristig eigene Entwicklungsarbeit erforderlich machen.

AP 1.1: Technische Aspekte

Inhalt

Im Rahmen einer Technischen Expertise von zwei externen Experten wurde unter generischen Aspekten geprüft, inwiefern bereits vorhandene Bausteine einer technischen Forschungsdateninfrastruktur für die Altertumswissenschaften nachgenutzt werden können. Beispielhaft seien hier persistente Identifizierungssysteme (Handle, URN, DOI) oder Authentifizierungsmechanismen (wie Shiboleth) genannt, zu denen auch ein Testbed Persistente Identifikatoren durchgeführt wurde. Weiterhin wurde untersucht, welche Rechenzentren, Universitätsbibliotheken, Landesarchive, Wissenschaftsportale oder vernetzte Initiativen (Vor allem sind hier zu nennen D-GRID, TextGRID, WissGRID, DARIAH und CLARIN, aber auch Rechenzentren wie das der Universität Köln, wo derzeit der größte Teil der DAI-Daten gehostet wird, oder das ZUSE-Zentrum in Berlin.) im Rahmen des Forschungsdatenzentrums als langfristiger Anbieter für spezielle Dienstleistungen, Technologien, Infrastrukturen oder Beratungsleistungen geeignet sind.
Im Rahmen dieses Unterpakets wie auch beim Geschäftsmodell soll ein Informationsaustausch der DFG-Arbeitsgruppe mit vergleichbaren Forschungsnetzen und Datenservicezentren anderer Fachdisziplinen und Institutionen in Deutschland (z. B. MPDL, FIZ Karlsruhe, RatSWD, GESIS Datenarchiv für Sozialwissenschaften der Leibniz-Gemeinschaft) stattfinden, um einerseits Erfahrungsberichte zu erhalten, Workflows kennenzulernen und andererseits die Möglichkeiten für Synergieeffekte auszuloten. Der umfangreiche Fragenkomplex zur Langzeitarchivierung, die naturgemäß ebenfalls eine starke infrastrukturelle Komponente beinhaltet, wird in einem gesonderten Arbeitspaket der Langzeitarchivierung behandelt.

Aktivitäten und Ergebnisse

Mitwirkende

Autoren der Expertisen:
  • Prof. Uwe Schwiegelsohn, Geschäftsführer der D-Grid GmbH, TU-Dortmund
  • Prof. Gerhard Schneider, Leiter des Rechenzentrums, Albert-Ludwigs-Universität Freiburg

AP 1.2: Fachwissenschaftliche Aspekte

Inhalt

In einem zweiten Teilpaket (AP 1.2), das insbesondere auf der Grundlage von Vor-Ort-Begehungen bearbeitet wird, werden hingegen die bereits vorhandenen fachwissenschaftlichen Softwarelösungen, Werkzeuge, Online-Services und Web-Angebote geprüft. Hierzu zählen etwa ArcheoInf als Frontend für GIS-Anwendungen, eAqua mit seinen Tools für text-mining, eSciDoc als Fedora basiertes Repositorium der MPDL, Propylaeum als virtuelle Fachbibliothek der Altertumswissenschaften in Deutschland und Arachne als größte deutschsprachige Online-Datenbank zu antiken Objekten. Auch Software-Lösungen der Landesdenkmalämter sowie für Kartierungen, zu nennen sind die Geodatenportale von GDI-DE mit den entsprechenden Länderlösungen, sollten in die Betrachtung einbezogen werden.
Zu berücksichtigen sind auch einige international betriebene Angebote, von denen vor allem folgende Projekte in den Altertumswissenschaften eine hohe Bedeutung besitzen und besonders fortschrittliche Ansätze vertreten:

Neben einem Bericht zu den fachwissenschaftlichen Aspekten der Infrastrukturen werden auch Testbeds benötigt, um ausgewählte Services und Werkzeuge prototypisch im Hinblick auf die Anforderungen der Altertumswissenschaften untersuchen zu können. Ein Pilotprojekt, das als Testfall für den Bedarf, die Akzeptanz und die Nutzung von einheitlichen Systemen in der Fachwelt verstanden werden kann, ist die Entwicklung einer gemeinsamen webbasierten Datenbank zur Dokumentation und Publikation archäologischer Feldforschungsprojekte. Ein solches System soll in dem Projekt OpenInfRA realisiert werden, dessen Konzept auf zwei älteren Lösungen basiert (iDai.field und CISAR).

Aktivitäten und Ergebnisse

Mitwirkende

 
Datenschutz