PDF-Dokumente

Das PDF (Portable Document Format) wurde 1993 von Adobe Systems entwickelt, um den Datenaustausch zu erleichtern. Es ist ein plattformunabh├Ąngiges, offenes Dateiformat, das 2008 mit der Version 1.7 als ISO-Standard zertifiziert wurde und seitdem von der ISO weiter gepflegt wird.

Der gro├če Vorteil von PDFs liegt darin, dass Dateiinhalte unabh├Ąngig vom Betriebssystem, dem urspr├╝nglichen Anwendungsprogramm und der Hardwareplattform unver├Ąndert dargestellt werden. Das Aussehen von Dokumenten wird, wie bei einem analogen Ausdruck, eingefroren und kann somit angezeigt werden, wie es urspr├╝nglich vom Autor intendiert war. Gleichzeitig sind die M├Âglichkeiten zur nachtr├Ąglichen Bearbeitung begrenzt, wodurch eine gro├če Authentizit├Ąt gew├Ąhrleistet wird.

F├╝r das ├ľffnen einer PDF-Datei gibt es verschiedene freie Anwendungen, worin ein Grund f├╝r die gro├če Verbreitung und Akzeptanz von PDFs liegt. Viele Programme k├Ânnen Dateien direkt im PDF-Format speichern oder exportieren. Dar├╝ber hinaus lassen sich mit Hilfe von zus├Ątzlich installierten Druckertreibern PDF-Dateien aus allen Programmen heraus erzeugen.

Langzeitformate

Nicht jede Datei mit der Dateierweiterung .pdf ist gleicherma├čen f├╝r die Langzeitarchivierung geeignet. F├╝r diesen Zweck wurde das PDF/A-Format entwickelt und als ISO-Standard zertifiziert. Es beschreibt in welcher Form bestimmte Elemente in einer PDF-Datei enthalten sein m├╝ssen und welche nicht erlaubt sind. Die erste Version der PDF/A-Norm wurde nachtr├Ąglich um zwei weitere, aufeinander aufbauende Normteile erg├Ąnzt. Wird das PDF/A-Format f├╝r die Langzeitarchivierung einer Datei verwendet, die nicht nur textuelle Informationen enth├Ąlt, sollten nach M├Âglichkeit auch die urspr├╝nglichen Ausgangsdateien in archivierungstauglichen Formaten mitarchiviert werden ÔÇô entweder als separate Dateien oder integriert in das Container-Format PDF/A-3.

Format Begr├╝ndung
  PDF/A-1 PDF/A ist gezielt als stabiles, offenes und standardisiertes Format für die Langzeitarchivierung unterschiedlicher Ausgangsdateien entwickelt worden.
PDF/A-2  
  PDF/A-3 PDF/A-3 ist nur dann für die Langzeitarchivierung geeignet, wenn alle eingebetteten Dateien in einem anerkannten Archivformat vorliegen.
┬á andere PDF-Varianten Viele g├Ąngige PDF-Varianten sind nicht f├╝r die Langzeitarchivierung geeignet. Stattdessen sollten entweder die Ausgangsdateien in einem passenden Format archiviert oder eine Migration in ein PDF/A-Format vorgenommen werden.

Dokumentation

Welche Metadaten f├╝r ein PDF-Dokument relevant sind, h├Ąngt von dessen Inhalt ab. Bei PDF-Dateien, die nur Text enthalten, sind meist weniger Informationen erforderlich, als bei PDFs, die Bilder, GIS-Karten oder 3D-Modelle enthalten. Die Metadaten k├Ânnen unmittelbar in einem PDF-Dokument im XMP-Format gespeichert werden.

Die hier angegebenen Metadaten sind als minimale Angabe zu betrachten und erg├Ąnzen die angegebenen Metadaten f├╝r Projekte und Einzeldateien in dem Abschnitt Metadaten in der Anwendung.

Metadatum Beschreibung
Titel Titel des Dokuments, nicht der Dateiname
Autor Name des Verfassers oder Erstellers der Datei; gegebenfalls Name der Einrichtung
Stichw├Ârter Schlagworte, wie z.B. Periode, Fundstelle oder charakteristische Merkmale. Wenn vorhanden, angemessene Thesauri verwenden
Beziehungen Dateien oder Ressourcen, die mit dem PDF zusammenh├Ąngen, insbesondere der Name der Originaldatei, aus der heraus ein PDF erstellt wurde
Anwendung Programm, mit dem der Inhalt urspr├╝nglich erzeugt wurde
Datum Datum der Erstellung oder letzten Änderung der Datei
Copyright-Angaben Angaben zur Person oder Einrichtung, die das Copyright oder die Lizenzrechte an der Datei oder deren Inhalt besitzt
Zus├Ątzliche Metadaten
Kurzbeschreibung Kurzbeschreibung ├╝ber den Inhalt des Dokuments
Sprache Sofern schriftliche Inhalte vorhanden sind, die Sprache angeben. Sprachkennungen nach ISO 639 angeben.
Verfasser der Metadaten Name der Person, welche die Metadaten ausgef├╝llt hat

Weitere Metadaten sind abh├Ąngig vom Inhalt und der Methoden und k├Ânnen in den jeweiligen Abschnitten nachgelesen werden.

Weitere Inhalte

Inhalte ┬Ě PDF-Varianten ┬Ě PDF/A ┬Ě Konformit├Ątsstufen ┬Ě Erstellung von PDF-Dokumenten ┬Ě Validierung: Liegt eine PDF-Datei im PDF/A-Format vor? ┬Ě Bearbeiten von Metadaten

Eine wesentliche Eigenschaft und St├Ąrke von PDF-Dateien ist die Tatsache, dass sie ganz unterschiedliche Inhalte enthalten k├Ânnen. So lassen sich neben Texten und Navigationshilfen, wie etwa Inhaltsverzeichnisse mit Textankern, auch andere Informationen wie Bilder, Verktorgrafiken, 3D-Visualisierungen, Tabellen, Pr├Ąsentationen oder GIS-Karten einbinden, die zusammen mit allen urspr├╝nglich verwendeten Layoutmerkmalen gespeichert werden. Daher werden die meisten Publikationen wie elektronische Zeitschriften oder Infomaterialien auf Webseiten ├╝blicherweise als PDF-Dateien zur Verf├╝gung gestellt. Bei der Langzeitarchivierung von Dateien spielt das PDF/A-Format eine besondere Rolle. In dessen Spezifikation wird unter anderem vorgeschrieben, Schriften in das Dokument einzubetten und Farben ger├Ąteneutral zu definieren. Auf diese Weise wird gew├Ąhrleistet, dass das originale Aussehen eines Dokuments wie in der urspr├╝nglichen Anwendung und wie vom Autor intendiert erhalten bleibt. Die Intention von PDF-Dateien ist insofern die Erhaltung der urspr├╝nglichen Darstellung, nicht aber der urspr├╝nglichen Bearbeitungsfunktionalit├Ąten.

Um eine m├Âglichst gro├če Authentizit├Ąt einer PDF-Datei zu erlangen, sind die M├Âglichkeiten zur nachtr├Ąglichen Bearbeitung sehr begrenzt. Es k├Ânnen Kommentare hinzugef├╝gt, Seiten eingebunden oder gel├Âscht, oder Textstellen geschw├Ąrzt werden. Eingeschr├Ąnkt sind Ver├Ąnderungen der eigentlichen Inhalte oder des Layouts m├Âglich, wie z. B. ├änderungen von Farben in einem Foto oder Umformulierungen von Texten. Als Nachteil ergibt sich daraus, dass die urspr├╝ngliche Funktionalit├Ąt der nach PDF/A konvertierten Datei verloren geht und eine Nachnutzung der Inhalte wenn ├╝berhaupt nur mit Qualit├Ątsverlusten m├Âglich ist. So k├Ânnen beispielsweise tabellarische Daten aus einer PDF-Datei nicht ohne einen zus├Ątzlichen Mehraufwand in eine neue Tabelle ├╝bernommen werden, wobei Bearbeitungsfehler auftreten k├Ânnen.

Da aber zunehmend Softwarel├Âsungen existieren, die diese Einschr├Ąnkungen der nachtr├Ąglichen Bearbeitung aufl├Âsen oder umgehen, w├Ąchst der Bedarf an Schutzmechanismen gegen ungewollte ├änderungen durch Dritte. Dazu z├Ąhlen beispielsweise die Festlegung von einfachen Nutzungseinschr├Ąnkungen, wie etwa die Erlaubnis zum Drucken, zum Kopieren von Inhalten oder zur Bearbeitung der im PDF gespeicherten Metadaten, oder die Vergabe von Passw├Ârtern. F├╝r Dateien, bei denen eine Langzeitarchivierung vorgesehen ist, d├╝rfen allerdings keine Schutzfunktionen verwendet werden, damit sie ohne Hindernisse jederzeit nutzbar sind. Falls notwendig k├Ânnen Einschr├Ąnkungen als Lizenzhinweise formuliert werden; die Authentizit├Ąt eines Dokumentes kann durch Signaturen, Zeitstempel und/oder digitale Pr├╝fsummen gew├Ąhrleistet werden.

Inhalte

Dateien im PDF-Format k├Ânnen durch unterschiedliche Anwendungen erzeugt werden und daher ganz unterschiedliche Inhalte enthalten und darstellen. F├╝r jede Dateiart gibt es spezifische Aspekte, die es zu beachten gilt, insbesondere dass einige Inhalte nicht mit den Vorgaben von PDF/A vereinbar sind.

Texte: Standardm├Ą├čig sind in PDF-Readern bereits 14 Schriftarten verf├╝gbar. Es lassen sich aber auch weitere in ein PDF-Dokument einbetten, um eine korrekte Darstellung zu gew├Ąhrleisten. Mithilfe von OCR-Software kann in PDF-Dokumenten eine nachtr├Ągliche Texterkennung durchgef├╝hrt werden.

Bilder: Wie bei normalen Rastergrafiken k├Ânnen auch in PDF-Dateien eingebettete Bilder durch spezielle Kompressionsverfahren in ihrer Speichergr├Â├če reduziert und in ihrer Aufl├Âsung heruntergerechnet werden. Bei fast allen Verfahren ist dies mit einem Informationsverlust verbunden, der vor allem die Genauigkeit und Qualit├Ąt der Anzeige betrifft.

Vektorgrafiken: Vektorgrafiken in PDF-Dateien k├Ânnen wie die Ausgangsdateien frei skaliert werden.

3D: Es gibt zwei PDF-Formate, in die 3D-Dateien eingebettet und mit Adobe Reader ge├Âffnet und betrachtet werden k├Ânnen. Auf diese Weise lassen sich auch 3D-Objekte austauschen und mit einfachen Funktionen bedienen, z. B. in der Ansicht drehen, Lichteinstellungen ver├Ąndern oder Aufsichten und Schnittfl├Ąchen erzeugen.

PDF-Varianten

PDF-Dateien sind inzwischen ein sehr weit verbreitetes Austauschformat, das in ganz unterschiedlichen Kontexten Verwendung findet. Um eine gleichbleibende Qualit├Ąt zu gew├Ąhrleisten, wurden f├╝r die h├Ąufigsten Anwendungsf├Ąlle mehrere Normen und Standards festgelegt:

  • PDF/X - Format f├╝r die ├ťbermittlung von Druckvorlagen (seit 2001)
  • PDF/A - Format f├╝r die elektronische Archivierung (ISO 19005-1 seit 2005)
  • PDF/E - Format f├╝r technische Dokumente aus den Bereichen Ingenieurwesen, Architektur und Geo-Informationssysteme. Dieses Format besitzt die F├Ąhigkeit zur interaktiven Darstellung von 3D-Objekten. Einzelteile k├Ânnen gedreht, auseinandergezogen, ein- oder ausgeblendet werden (ISO 24517 seit 2008)
  • PDF/UA - Richtlinien zum Aufbau eines barrierefreien Dokuments im PDF-Format (seit 2008)
  • PDF/VT - Format f├╝r den Einsatz im hochvolumigen und Transaktionsdruck (seit 2010)

Mehrere PDF-Standards lassen sich miteinander verbinden. Gen├╝gt eine Datei dem PDF/X-Standard, eignet sie sich als digitale Druckunterlage. Erf├╝llt diese Datei zus├Ątzlich den PDF/UA-Standard, kann sie als barrierefreies PDF von Screenreader-Programmen verarbeitet werden.

Das Archivierungsformat PDF/A

Von den verschiedenen existierenden PDF-Formaten ist nur das PDF/A-Format ein sicheres und stabiles Archivformat, das speziell f├╝r die elektronische Langzeitarchivierung von Dokumenten definiert und publiziert wurde. Die klar festgelegten und als Standard allgemein anerkannten Regeln schreiben vor, welche Bestandteile in einer PDF-Datei enthalten sein m├╝ssen und welche nicht zul├Ąssig sind, um mit dem PDF/A-Standard konform zu gehen. W├Ąhrend einige Inhaltstypen wie Texte, Bilder, Zeichnungen, Tabellen und Schriften standardkonform in PDF/A-Dateien eingebunden werden k├Ânnen, sind andere Inhalte wie 3D-Objekte, Audio- und Video-Sequenzen, Flash-Animationen oder Scripte nicht erlaubt. Ebenso darf eine PDF/A-Datei keine externen oder dynamischen Inhalte enthalten, die in einem Viewer geladen werden m├╝ssen. Beispielsweise werden URL-Links nur als Zeichenkette, nicht aber als aktive Verkn├╝pfung gespeichert. Enth├Ąlt eine PDF-Datei nicht zul├Ąssige Inhalte, kann sie nicht nach PDF/A konvertiert werden. Eine Validierung, ob eine vorliegende Datei dem g├╝ltigen PDF/A-Format entspricht, ist ├╝ber entsprechende Pr├╝fwerkzeuge m├Âglich und wird im Praxisteil beschrieben.

Insgesamt sind aktuell drei, aufeinander aufbauende Versionen von PDF/A-Formaten zu unterscheiden, von denen PDF/A-1 und PDF/A-2 echte Archivformate sind, da sie das Dokument in einem stabilen Zustand konservieren. Bei PDF/A-3 handelt es sich hingegen um einen Container, in den beliebige Dateiformate eingebettet werden k├Ânnen. Der gro├če Vorteil liegt also darin, dass editierbare Originaldateien in das Dokument integriert werden k├Ânnen. Es gibt allerdings keine Garantie, dass die angeh├Ąngten Dateien auch k├╝nftig alle angezeigt werden k├Ânnen. F├╝r die automatische Weiterverarbeitung besteht die M├Âglichkeit einer Integration von Daten im XML-Format.

Da es bislang keine Vorgabe ├╝ber die Datenformate gibt, die in eine PDF/A-3-Datei eingebettet werden d├╝rfen - erlaubt sind beispielsweise auch nicht offene, nicht standardisierte und nicht zukunftssichere Formate - h├Ąngt die Frage der Archivierbarkeit einer PDF/A-3-Datei vor allem von ihrem Inhalt ab. Es wird daher aktuell diskutiert, ob PDF/A-3 als Format f├╝r das Archival Information Package (AIP) nach ISO 14721:2012 OAIS geeignet ist.

F├╝r alle Varianten des PDF/A-Formates gilt, dass Schriften und Zeichen direkt in die Datei eingebettet werden. Ebenso werden Sonderzeichen und Formeln verl├Ąsslich dargestellt. Auch Schriftsysteme wie Chinesisch oder Arabisch werden auf allen Ger├Ąten richtig wiedergegeben. F├╝r die korrekte Anzeige von Farben werden festgelegte ICC-Profile verwendet. In PDF/A Dokumenten ist grunds├Ątzlich eine Volltextsuche m├Âglich, auch wenn es sich um ein gescanntes Dokument handelt. Zus├Ątzlich kann auch eine digitale Texterkennung (OCR) integriert werden. ├ťber die vergebenen XMP-Metadaten sind erweiterte Suchoptionen verf├╝gbar.

PDF/A-1 (seit 2005)

  • Bilder, Grafiken, verwendete Schriftzeichen etc. m├╝ssen im PDF/A-Dokument selbst eingebettet sein
  • pr├Ązise, plattformunabh├Ąngig kodierte Farbangaben mittels ICC-Profilen
  • Verwendung von XMP f├╝r Dokument-Metadaten
  • keine transparenten Elemente
  • keine Kompression
  • keine PDF-Ebenen, Aktionen und JavaScript
  • kein Passwortschutz
  • Einbettung von Signaturen und Hyperlinks m├Âglich
  • Konformit├Ątsstufen a und b

PDF/A-2 (seit 2011)

identisch zu PDF/A-1 mit zus├Ątzlichen M├Âglichkeiten:

  • erlaubt Kompression mit JPEG2000, transparente Elemente und PDF-Ebenen
  • erm├Âglicht Einbettung von OpenType-Fonts
  • unterst├╝tzt digitale Signaturen in ├ťbereinstimmung mit den PAdES (PDF Advanced Electronic Signatures)
  • Dateianh├Ąnge: Einbettung von PDF/A-1 und PDF/A-2 Dateien m├Âglich
  • Konformit├Ątsstufen a, b und u

PDF/A-3 (seit 2012)

identisch zu PDF/A-2 mit zus├Ątzlichen M├Âglichkeiten:

  • Einbettung von beliebigen Dateien m├Âglich (z. B. die Ursprungsdatei aus der ein PDF/A-3 erstellt wurde)
  • keine Gew├Ąhrleistung, dass die Anh├Ąnge zu einem sp├Ąteren Zeitpunkt verarbeitet werden k├Ânnen

Konformit├Ątsstufen bei PDF/A

Die Qualit├Ąt der archivierten Dokumente wird durch verschiedene Konformit├Ątsstufen bezeichnet. Die Stufen sind abh├Ąngig von Eingangsmaterial und Verwendungszweck und ihre Bezeichnung wird an das Ende des PDF/A-Formates angeh├Ąngt, z. B. "PDF/A-1a".

Stufe b (basic): Das Dokument sieht bei sp├Ąterer Verarbeitung unver├Ąndert aus.

Stufe u (unicode): Das Dokument sieht bei sp├Ąterer Verarbeitung unver├Ąndert aus. Zus├Ątzlich wird der gesamte Text in Unicode abgebildet. Es besteht die M├Âglichkeit, Text zu durchsuchen und zu extrahieren.

Stufe a (accessible/zug├Ąnglich): Das Dokument sieht bei sp├Ąterer Verarbeitung unver├Ąndert aus. Der gesamte Text wird in Unicode abgebildet. Es besteht die M├Âglichkeit, Text zu durchsuchen und zu extrahieren. Zus├Ątzlich bleiben die Struktur des Dokuments und die nat├╝rliche Lesereihenfolge erhalten. Das Dokument ist somit barrierefrei und kann mithilfe von Screenreader-Programmen vorgelesen werden.

F├╝r die Erstellung von PDF-Dokumenten gibt es eine Vielzahl an Programmen, die in manchen F├Ąllen auch f├╝r die Bearbeitung der Metadaten verwendet werden k├Ânnen. Die Validierung kl├Ąrt die Frage, ob es sich bei einem vorhandenen PDF-Dokument um eine Datei handelt, die auch PDF/A-konform ist.

Erstellung von PDF-Dokumenten

Eine PDF-Datei l├Ąsst sich auf vielf├Ąltige Art und Weise erzeugen. Beim Betriebssystem Mac OS X ist die M├Âglichkeit zur Erstellung einer PDF-Datei ├╝ber den Druckdialog voreingestellt. Windows bietet diese M├Âglichkeit nicht immer von Haus aus. Deshalb gibt es ein gro├čes Angebot an kommerzieller und freier Software. Diese wird h├Ąufig ├╝ber die Druckfunktion in die Anwendungen eingebunden, so dass aus beliebigen Programmen heraus ├╝ber den Druckdialog ein PDF erstellt werden kann. Gescannte Vorlagen lassen sich in der Regel ├╝ber die Scansoftware direkt als PDF speichern.

Eine weitere M├Âglichkeit bieten viele Programme ├╝ber eine Exportschnittstelle. Die Funktionen dazu finden sich in der Regel im Men├╝ unter ÔÇ×Datei > Speichern unterÔÇť oder ÔÇ×Datei > ExportierenÔÇť. Als Beispiele von Anwendungssoftware bzw. Produktsuiten mit der M├Âglichkeit zum direkten PDF-Export sind zu nennen: OpenOffice, LibreOffice, Microsoft Office (ab 2010), Adobe Creative Suite, Framemaker und CorelDraw.

PDF_libreoffice_pdfa.png

Speichern im PDF/A-Format in LibreOffice
Speichern im PDF/A-Format in LibreOffice

Nur in manchen F├Ąllen lassen sich gezielt Dateien im PDF/A-Format erstellen. Diese Option beim Exportieren von Dateien bieten z. B. LibreOffice (nebenstehende Abbildung) und Microsoft Office oder Systeme, bei denen entsprechende Module zur Erstellung von PDF/A-Dateien installiert wurden. Werden PDF-Dateien ├╝ber einen Druckdialog erzeugt, sollte individuell ├╝berpr├╝ft werden, ob die jeweiligen Druckeinstellungen entsprechende Optionen anbieten.

PDF-Dateien, die nicht als PDF/A vorliegen oder sich in diesem Format erzeugen lassen, k├Ânnen auch mithilfe von Programmen umgewandelt werden. Als Teil der Adobe Suite ist das Programm Adobe Acrobat Professional weit verbreitet. Es bietet vielf├Ąltige Werkzeuge zur Bearbeitung von PDF-Dateien. Dazu geh├Ârt auch die M├Âglichkeit, existierende PDF-Dateien in andere Varianten umzuwandeln. Zus├Ątzlich gibt es ein gro├čes Angebot an Plug-Ins, um die Funktionalit├Ąten zu erweitern, z. B. zur Erstellung von PDFs mit 3D-Inhalten.

Validierung: Liegt eine PDF-Datei im PDF/A-Format vor?

H├Ąufig zeigen Viewer von PDF-Dateien unmittelbar an, ob eine Datei im PDF/A-Standard vorliegt oder diese Angabe ist in den Dateieigenschaften einsehbar. Will man aber sicher gehen, ob eine vorliegende Datei mit der Erweiterung .pdf dem PDF/A-Format entspricht, ist eine Validierung, erforderlich. Bei diesem Vorgang werden alle relevanten Bestandteile des Dokuments untersucht und auf PDF/A-Vorgaben getestet. Nur so kann die uneingeschr├Ąnkte ISO-Konformit├Ąt gew├Ąhrleistet werden und entschieden werden, ob eine Datei f├╝r die Langzeitarchivierung geeignet ist.

Da PDF/A-Dateien grunds├Ątzlich nicht gegen Bearbeitung gesch├╝tzt werden k├Ânnen, weil dies gegen die Vorschrift der Zug├Ąnglichkeit versto├čen w├╝rde, muss eine solche Validierung nach jeder Bearbeitung durchgef├╝hrt werden, um nachtr├Ągliche, nicht-standardkonforme Ver├Ąnderungen ausschlie├čen zu k├Ânnen.

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PDF/A Validierung mit Preflight in Adobe Acrobat Professional
PDF/A Validierung mit Preflight in Adobe Acrobat Professional

Viele Firmen haben sich mittlerweile auf die Archivierung von PDF-Dateien spezialisiert und bieten verschiedene Tools zur ├ťberpr├╝fung oder zur Reparatur von nicht validen Dateien an. Adobe Acrobat Professional bietet mit dem Preflight-Werkzeug (im Men├╝ ÔÇ×Erweitert > Prefligt > Profile > PDF/A-Standard pr├╝fenÔÇť) ein Tool zur Validierung an.┬á Es ist in der nebenstehenden Abbildung dargestellt.Auch mit kostenfreier Software lassen sich Validierungen durchf├╝hren. Mit PDF/A Live! 6.0 kann man ohne Lizenzschl├╝ssel bis zu 50 Dokumente pro Tag ├╝berpr├╝fen und bis zu 15 Dokumente konvertieren. Online besteht die M├Âglichkeit ├╝ber den Free PDF/A Validator.

Bearbeitung von Metadaten

PDF_dokumenteigenschaften.png

Metadaten unter ÔÇ×DokumenteigenschaftenÔÇť in Adobe Acrobat Professional
Metadaten unter ÔÇ×DokumenteigenschaftenÔÇť in Adobe Acrobat Professional

Metadaten lassen sich im kostenlosen Adobe Reader unter dem Men├╝ ÔÇ×Datei > EigenschaftenÔÇť anzeigen und bearbeiten, wie die nebenstehende Abbildung verdeutlicht. Zu den hier aufgef├╝hrten Angaben f├╝r die inhaltliche Kurzbeschreibung geh├Âren vier Felder: Titel, Verfasser, Thema und Stichw├Ârter. Einige technische Informationen wie z. B. Dateigr├Â├če, Zeitstempel, Programmversion oder Seitenformat werden bei der Speicherung automatisch erzeugt und k├Ânnen hier ebenfalls eingesehen werden. Nur in Acrobat Professional werden die vollst├Ąndigen XMP Metadaten angezeigt, die in einem weiteren Reiter um zus├Ątzliche Informationen, wie Beschreibung, Verfasser der Beschreibung oder Copyright-Angaben, erg├Ąnzt werden k├Ânnen. Diese zus├Ątzlichen Metadaten sind in der folgenden Abbildung zu sehen.

PDF_dokumenteigenschaften_zusatz.png

Zus├Ątzliche Metadaten unter ÔÇ×DokumenteigenschaftenÔÇť in Adobe Acrobat Professional
Zus├Ątzliche Metadaten unter ÔÇ×DokumenteigenschaftenÔÇť in Adobe Acrobat Professional

Neben Adobe Acrobat gibt es weitere Editoren, mit denen sich Metadaten f├╝r ein PDF vergeben oder nachtr├Ąglich ├Ąndern lassen. Als uneingeschr├Ąnkte kostenlose Anwendungen sind f├╝r Windows BeCyPDFMetaEdit und f├╝r Mac PDFInfo erh├Ąltlich. Mit Einschr├Ąnkungen gibt es f├╝r Windows den Hexonic PDF Metadata Editor, der kostenfrei eine Verarbeitung von maximal f├╝nf PDF-Dateien gleichzeitig erlaubt. Das Metadata Extraction Tool kann mit Metadaten von vielen verschiedenen Formaten umgehen.

H. B├Ąrfuss - M. Winkler, Pflicht und K├╝r in der Langzeitarchivierung, DOK Technologien, Strategien & Services f├╝r das digitale Dokument 5, 2013, 48-51
www.pdfa.org/wp-content/uploads/2013/11/DOK.magazin-2013-11-Compliance-D...

O. Dr├╝mmer - A. Oettler - D. von Seggern, PDF/A kompakt. Digitale Langzeitarchivierung mit PDF (Berlin 2007)
www.pdfa.org/wp-content/uploads/2011/08/PDFA_kompakt_pdfa1b.pdf

H.-J. H├╝bner, PDF/A - Update und Dienstleistungen f├╝r die Langzeitarchivierung, Pr├Ąsentation vom 18.06.2013 auf dem Nestor-Praktikertag in Berlin
http://files.dnb.de/nestor/veranstaltungen/Praktikertag2013/2013-06-pdfa...

K. Krieg, PDF/A und Metadaten: XML, RDF und XMP: Was, wie und woher? Pr├Ąsentation vom 18.11.2008 beim Nestor-Seminar in Koblenz
http://nestor.sub.uni-goettingen.de/seminar_bundesarchiv/docs/04-Metadat...

A. Mantke, OpenOffice.org. Export in das PDF-Dateiformat (2010)
www.openoffice.org/de/doc/howto_2_0/office/exportpdfformat.pdf

A. Oettler, PDF/A kompakt 2.0. PDF f├╝r die Langzeitarchivierung. Der ISO-Standard - von PDF/A-1 bis PDF/A-3 (Berlin 2013)
www.pdfa.org/wp-content/uploads/2013/05/PDFA-kompakt-20.pdf

PDF/A Competence Center (Hrsg.) TechNote 0008: Predefined XMP Properties in PDF/A-1 (2008)
www.pdfa.org/wp-content/uploads/2011/08/tn0008_predefined_xmp_properties...

PDF/A Competence Center (Hrsg.) PDF/A Metadaten XMP, RDF \& Dublin Core (2011)
http://www.pdfa.org/2011/09/pdfa-metadaten-xmp-rdf-dublin-core/

D. von Seggern, PDF/A und XMP Metadaten: Nutzen und Anforderungen, Pr├Ąsentation vom 8. Juli 2009 zum Webinar
www.pdfa.org/wp-content/uploads/2011/09/callas_webinar_xmp_deu.pdf

Adobe Acrobat DC. Adobe PDF
https://acrobat.adobe.com/de/de/products/about-adobe-pdf.html

Open Format. Archiving of 3D Documents
www.newformat.se/openformat/eng/odf-and-pdf-details/3d-archiving-pdfa-pd...

PDF/A Flyer (2014)
www.pdfa.org/wp-content/uploads/2014/01/Flyer-PDFA-DEU.pdf

PDF Association: PDF Competence Center
www.pdfa.org/pdf-assocation/

PDFlib: Die PDF/A-Archivierungsstandards
www.pdflib.com/de/knowledge-base/pdfa

Formatspezifikationen

Tools und Programme

PDF-Dokumente - Diskussion

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Letzte Änderung: 4. April 2016