Georeferenzierung

GeoReferenzierung, d.h. Zuordnung von Koordinaten zu Bildpunkten auf Fotos und Pl√§nen (Karten), die in Digitaler Form vorliegen. Mit der GeoReferenzierung erreicht man gleichzeitig eine Entzerrung dieser Grundlagen. Vorbedingung ist ein Programm, mit dem man diese Arbeit durchf√ľhren kann. Jedes GIS (Geoinformationssystem) hat notwendigerweise ein Modul f√ľr GeoReferenzierung.

Einsatz von Hard- und Software in der Praxis

Die GeoReferenzierung von Topographischen Karten ist in der Regel einfach, da Koordinaten normalerweise in Form eines Rasters auf den Karten vorhanden sind. Es wird komplizierter, wenn man mit diesen Koordinaten nicht arbeiten m√∂chte. Dann wird es erforderlich, entweder vor Ort Vergleichspunkte (Referenzpunkte) zu messen oder mit anderen Programmen die vorhandenen Koordinaten in das gew√ľnschte System zu transformieren. Viele GIS-Programme erlauben auch das. Ich habe Erfahrungen mit dem einfachen FUGAWI, das f√ľr die Bearbeitung der GPS-Daten der Handger√§te vorhanden ist. Eine andere M√∂glichkeit, Referenzpunkte zu bekommen, bildet im Moment GOOGLE EARTH. Besonders in den Bereichen mit hoher Aufl√∂sung bekommt man eine ausreichend genaue Informationen. Zu ber√ľcksichtigen ist nat√ľrlich der Ma√üstab, in dem man sp√§ter arbeiten m√∂chte. Die Anzahl der Referenzpunkte richtet sich nach dem Inhalt des Images. Liegt eine fl√§chenf√ľllende Karte vor, reichen mindestens 4 Punkte in den Ecken der Karte. Zu empfehlen sind Kontrollpunkte; bei einer Karte w√ľrde ich die doppelte Anzahl an Punkten w√§hlen, um auch bei der Entzerrung sicher zu sein. Bei Fotos, die kein Raster vorgegeben haben, muss man daher mehr Punkte w√§hlen, die das Foto bis an die R√§nder der Darstellung bearbeiten k√∂nnen oder beschneidet das Image auf die Gr√∂√üe , die ben√∂tigt wird. Die Punkte bezieht man aus Messungen vor Ort oder aus einer Karte oder anderen Medien (GOOGLE EARTH). Es m√ľssen auch Punkte innerhalb des Images bestimmt werden, um die Kontrolle √ľber das Bild zu erhalten. 4 Punkte sind da nicht ausreichend, ich empfehle die doppelte Anzahl. Das richtet sich nach der Geometrie des Fotos. Wenn verf√ľgbar, sollten digitale Orthophotos bzw. Luftbildkarten an Stelle von Luftbildern verwendet werden, da diese bereits auf ein digitales Gel√§ndemodell entzerrt sind. Bei ebenem Gel√§nde kann eine Entzerrung gem√§√ü Tabelle 1 vorgenommen werden, ohne dass dabei gr√∂√üere Lageungenauigkeiten hervorgerufen werden. Durch eine Entzerrung von Luftbildern von unebenem Gel√§nde mit polynomialen Ans√§tzen h√∂herer Ordnung k√∂nnen keine Unstetigkeiten im Gel√§nde wie beispielsweise steile Felsh√§nge o.√§. ber√ľcksichtigt werden. Hier ist eine Entzerrung auf ein digitales Gel√§ndemodell vorzunehmen (s. Tab. 1). Nat√ľrlich mangelt es auch hier nicht an Programmen, die diese Arbeiten durchf√ľhren k√∂nnen. Jedes GIS Programm hat ein Modul f√ľr die Georeferenzierung von Rasterdaten. Die Ergebnisse sind untereinander austauschbar, da das gleiche Dateiformat benutzt werden kann. Man kann also ein "world-tiff" oder "jpg" in ein anderes GIS Programm exportieren. AutoCad Map oder der AutoCad Aufsatz PhoToPlan bieten auch die M√∂glichkeit der Affinen Transformation oder sogar der Polynominalen Entzerrung. Leider sind die neu entstandenen Rasterdaten nur in diesen Programmen verwendbar. Beim Export dieser Rasterdaten in GIS Programme m√ľssen sie wieder neu referenziert werden. Auch bei Anwendung der Digitalen Bildentzerrung bei der Bauaufnahme oder bei Grabungsfl√§chen oder Grabungsprofilen kann eine Georeferenzierung durchgef√ľhrt werden. Die Referenzpunkte m√ľssen eingemessen werden, wobei darauf zu achten ist, dass die Digitale Bildentzerrung nur 2-D einsetzbar ist. Um Strukturen mit unterschiedlicher H√∂he mit diesem Verfahren zu bearbeiten, ist es notwendig, die Ebenen separat zu definieren und zu entzerren. PhoToPlan erlaubt die Montage eines Bildverbands, solange gen√ľgend verbindende Passpunkte vorhanden sind. Die Tabelle mit der √úbersicht der unterschiedlichen Entzerrungs-und Referenzierungsmethoden entnehmen Sie bitte Seite 28 des IT-Leitfadens des DAIs.

Quellen

Alle Handb√ľcher der GIS Programme, AutoCad Map, PhoToPlan etc. http://www.giub.uni-bonn.de/gistutor/

Letzte Änderung: 16. Januar 2017