Satellitenmessungen

Einsatz von Hard- und Software in der Praxis

Auf allgemeiner Ebene sind momentan die unter GoogleEarth einsehbaren Satellitenbilder eine gute Alternative zu kommerziellen Satellitenbildern. Die bei GoogleEarth verwandten Bilder stammen aus verschiedenen Quellen und haben eine unterschiedliche Aufl├Âsung. Diese schwankt von 30-15m pro Pixel im Fall der auf Landsat-Aufnahmen basierenden Grundbilder bis zu einer Aufl├Âsung von etwa 1m pro Pixel bei Detailausschnitten. Diese Bilder stammen vom Satelliten Quickbird und werden laufend in GoogleEarth integriert. Es lohnt sich daher immer wieder die interessierende Region anzuschauen.

Eine ├ťbersicht ├╝ber die Quickbird-Aufnahmen sowie den Zeitpunkt der Aufnahme l├Ąsst sich unter Layers/DigitalGlobe Coverage im GoogleEarth Men├╝ abrufen.

GoogleEarth hat den Nachteil, dass die Bilder nur in einer verh├Ąltnism├Ą├čig schlechten Aufl├Âsung abgespeichert werden k├Ânnen und sie nicht georeferenziert sind. Eine L├Âsung ist ein Upgrade auf GoogleEarthPlus. Dieses kostet 20\$ pro Jahr und erlaubt es, eine bessere Aufl├Âsung abzuspeichern und GPS-Daten sowie geographische Positionen k├Ânnen aus .CSV-Dateien importiert werden.

F├╝r die Nutzung von georeferenzierten Satellitenbildern besteht die M├Âglichkeit, Bilder der Landsat Satelliten 4,5 und 7 im Internet frei zu laden. Die Daten des Satelliten Landsat ETM+ stammen aus dem Jahr 2000. Diejenigen von Landsat TM aus den 1990'er Jahren und die Bilder von Landsat MMS aus dem Zeitraum von 1972-1978.

BILD Aus: Eurimage Products and Services Guide

Um Bilder zu laden steuert man auf der Homepage landsat.org unter dem link 'Search for imagery' die freien LandsatOrtho Daten an. Mit dem dort vorgegebenen Path-Row Finder kann man die entsprechenden Angaben zur interessierenden Region ├╝ber ein interaktives Kartenmodul ermitteln. Wichtig ist es dazu den Popublocker (Internetexplorer: Extra/Popupblocker; Firefox: Extras-Einstellungen-Inhalt/Pop-up-Fenster blockieren) zu deaktivieren. Wichtig ist auch im Suchmodus die K├Ąstchen WRS I und WRS II anzukreuzen und refresh map zu aktivieren. Nur so lassen sich dann mit dem Informations-Tool die entsprechenden Flugbahndaten ermitteln. Eine alternative Suchm├Âglichkeit bietet sich unter: http://landsat.usgs.gov/tools_wrs-2_shapefile.php. Dort sind ESRI-shp files herunter zu laden, die ebenfalls Path/Row Informationen enthalten.

Hat man die Angaben lassen sich bei http://www.landsat.org/ortho/ die entsprechenden Daten ansteuern und kopieren. Die gezippten Daten m├╝ssen dann entzippt werden und man erh├Ąlt verschiedene Datens├Ątze im Format Geo-Tiff. Diese sind georeferenziert im System WGS 1984.

Die Aufl├Âsung der Landsat Bilder ist unterschiedlich und liegt bei 30m bzw. 15m per Pixel.

BILD Aus: Eurimage Products and Services Guide

F├╝r detailliertere Satellitenbilder mit hoher Aufl├Âsung stehen momentan nur kommerzielle Anbieter zur Verf├╝gung. Dort k├Ânnen georeferenzierte Bilder mit einer Aufl├Âsung bis unter 1m pro Pixel erworben werden. Die folgende Tabelle gibt einen ├ťberblick ├╝ber die vorhandenen Systeme und die Quellen, ├╝ber die Bildausschnitte und Preisinformationen zu erhalten sind.

Fotografische Sensoren

Satelliten Beschreibung Internet-Quelle
CORONA Satellitenaufnahmen aus den 1960er und fr├╝hen 1970er Jahren der amerikanischen Spionagesatelliten CORONA, LANYARD und ARGON. CORONA Bilder der Missionen KH4 und 6 haben eine Aufl├Âsung von 2-3m. Es empfiehlt sich die Angaben in den Missionsdokumentationen zu lesen. Und Bilder in 7 Micron scannen zu lassen. Nicht georeferenziert! Allgemeine Angaben finden sich unter: http://edc.usgs.gov/products/satellite/declass1.html#description Bildauswahl unter: http://edcsns17.cr.usgs.gov/EarthExplorer/ dort finden sich die CORONA Bilder unter der Angabe "declassified images". Preis (2007): 30$ pro Filmstreifen (die DVD ist jedoch recht teuer) http://edcsns17.cr.usgs.gov/helpdocs/prices.html#CORONA
KFA-1000 Der russische Spionagesatellit KFA-1000 hat eine Aufl├Âsung von 1.5-3m. Die Bilder Stammen aus den 1990er Jahren. Nicht georeferenziert! ├ťbersichtskarten und Bildauswahl sind erh├Ąltlich ├╝ber http://www.sovinformsputnik.com/

Digitale Sensoren

Satelliten Beschreibung Internet-Quelle
LANDSAT Amerikanische Multispektral-Satelliten, die seit 1972 aktiv sind. Die LANDSATs 1-3 hatten einen Multispektral Sensor (MSS) mit einer Aufl├Âsung von 80m. Die LANDSATs 4 and 5 haben MSS und Themaic Mapper (TM) Sensoren mit einer Aufl├Âsung von 30 oder 15m. ├ťbersicht bei http://landsat.org Kommerzielle Anbieter sind u.a. http://www.eurimage.com/index.html oder http://www.digitalglobe.com/ Preise (2007) ab 250 EURO http://www.eurimage.com/products/docs/eurimage_price_list.pdf
SPOT SPOT. Franz├Âsische Satelliten mit Multispektral (XS) Sensoren und einer Aufl├Âsung von 20m bis 10m. Bilder und Preisangaben bei http://www.spotimage.fr/html/_.php
IKONOS 2 Satellit mit hochaufl├Âsenden Kameras, die Graustufen- und Farbbilder aufnehmen. Jedes Bild bildet eine Fl├Ąche von mindestens 11 x 11 km mit einer Aufl├Âsung von bis zu 0,82m ab. Es k├Ânnen auch Fl├Ąchen von 60 x 60 km in einem ├ťberflug aufgenommen werden k├Ânnen. Bilder und Preisangaben bei http://www.euspaceimaging.com/ Preis ca. 30$ pro qkm
QuickBird QuickBird 2 ist ein kommerzieller Satellit zur Erdbeobachtung. Er wird von DigitalGlobe betrieben. Er hat eine Aufl├Âsung von 0,6m. Die Detailbilder in GoogleEarth sind Quickbirdaufnahmen seit 2001. Bilder und Preisangaben bei http://www.digitalglobe.com/ oder http://www.eurimage.com/index.html Preis 16-41 $ pro qkm (mindestens 272 qkm)

Quellen

http://www.dainst.org/medien/de/Nasca-BMBF_Programm.pdf
David L. Kennedy, Declassified satellite photographs and archaeology in the Middle East: case studies from Turkey. Antiquity 72, Nr. 277 1998, 553-561.
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Jason Ur, CORONA satellite photography and ancient road networks: A Northern Mesopotamina case study. Antiquity 77, Nr. 295 2003, 102-105.
Wouter Gheyle/Raf Trommelmans/Jean Bourgeois/Rudi Goosens/Ignace Bourgeois/Alain De Wulf/Tom Wilkens, Evaluation CORONA: A case study in the Altai Republic (South Siberia). Antiquity 78, Nr. 300 2004, 391-403.
M. Altaweel, The use of ASTER satellite imagery in archaeological contexts. Archaeological Prospection 12, 2005, 151-166.
K.N. Wilkinson/Anthony Beck/Graham Philip, Satellite imagery as a resource in the prospection for archaeological sites in central Syria. Geoarchaeology 21, 2003, 735-750.
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Letzte Änderung: 18. Februar 2014