Audio - Praxis

Dieser Abschnitt vereint Hinweise zum Umgang mit Audiodaten. Es gibt Erl├Ąuterungen mit Literatur- und Programmhinweisen ├╝ber die Ansicht und Extraktion von Metadaten, die Aufnahme, die Wiedergabe und die Transcodierung von Audiodateien. F├╝r die Aufnahme und Digitalisierung von Ton werden Mindestanforderungen spezifiziert und Hinweise auf vertiefende Informationen gegeben.

Metadaten

Die technischen Metadaten sind in der Regel in dem Header der Datei gespeichert und k├Ânnen von verschiedenen Programmen ausgelesen werden. Ein Programm, das mit vielen Formaten umgehen kann und auch den Export von Metadaten in eine gesonderte Datei erlaubt ist MediaInfo.

Zu den Exportformaten geh├Âren PBCore und EBUCore. Es handelt sich dabei um Metadatenschemata, die speziell f├╝r Film und Ton von Public Broadcasting in den USA, beziehungsweise von der European Broadcasting Union (EBU) entwickelt wurden. Die Moving Pictures Experts Group (MPEG) hat MPEG-7 f├╝r die Dokumentation von Multimediadateien entwickelt, der insbesondere zur Erweiterung der anderen MPEG-Standards gedacht ist.

F├╝r das Editieren von Metadaten im BWF-Format gibt es das Programm BWF MetaEdit.

Aufnahme und Bearbeitung

audio_audacity.png

Audacity (audacity.org)
Audacity (audacity.org)
F├╝r die Aufnahme und Bearbeitung von Audiodaten kann das kostenlose Programm Audacity verwendet werden. Audacity gibt es f├╝r alle g├Ąngigen Betriebssysteme.

Bei der Aufnahme sollte auf eine angemessene Aufnahmequalit├Ąt geachtet werden. In der Handreichung Empfehlungen zu datentechnischen Standards und Tools bei der Erhebung von Sprachkorpora der DFG werden eine Abtastrate von 22 kHz und eine Abtasttiefe von 16 bit als Mindestanforderungen spezifiziert.┬á Jedoch ist eine h├Âhere Abtastrate von 48 kHz empfehlenswert, da diese eher der Grenzfrequenz des menschlichen Geh├Ârs entspricht, besser w├Ąren sogar 96 kHz. Die Abtastung sollte linear erfolgen.

Welche Abtastrate sich f├╝r die gew├╝nschte Aufnahme am besten eignet, kann mittels der Nyquist-Frequenz ermittelt werden. Die Nyquist-Frequenz besagt, dass das originale Signal exakt reproduziert werden kann, wenn die Abtastrate doppelt so hoch wie die h├Âchste Signalfrequenz ist.

Wiedergabeprogramme

Jedes Betriebssystem hat meist schon ein Programm f├╝r die Wiedergabe von Audiodateien vorinstalliert. Jedoch k├Ânnen diese Programme nur mit einer begrenzten Auswahl von Containerformaten und Codecs umgehen. Codecs k├Ânnen nachtr├Ąglich installiert werden, wobei aber auf Kompatibilit├Ąt mit dem Wiedergabeprogramm geachtet werden muss.

Ein Programm, das mit allen hier vorgestellten Formaten und Codecs umgehen kann, ist der VLC media player. Unter der unscheinbaren Oberfl├Ąche verbirgt sich eine Vielzahl an Funktionalit├Ąten und das Programm gibt es f├╝r alle g├Ąngigen Betriebssysteme.

Transcodierung

F├╝r die Transcodierung, also die Konvertierung von einem Codec in einen weiteren gibt es einige frei verf├╝gbare Programme, wie beispielsweise der bereits genannte VLC media player, der eine leicht verst├Ąndliche grafische Oberfl├Ąche anbietet. F├╝r fortgeschrittene Anwender ist das ebenfalls frei verf├╝gbare FFmpeg zu empfehlen, das komplexere und detailliertere Transcodierungsoptionen erlaubt und auch von der Kommandozeile aus gesteuert werden kann.

Digitalisierung

F├╝r die Digitalisierung von analogem Audiomaterial gibt es von der IASA konkrete Vorgaben, die eine minimale Abtastrate von 48 kHz und eine minimale Abtasttiefe von 24 Bits empfehlen, um eine m├Âglichst hohe Qualit├Ąt des Digitalisats zu gew├Ąhrleisten. Als Formate werden WAVE oder BWF mit linearem PCM vorgegeben. Ausf├╝hrliche Hinweise sind in den Guidelines on the Production and Preservation of Digital Audio Objects (IASA-TC 04) der IASA zu finden.

Es sollte darauf geachtet werden, dass das originale analoge Material weiterhin erhalten bleibt und die Konsultierung eines darauf spezialisierten Archivs oder Dienstleisters ist ratsam.

Letzte Änderung: 13. September 2016