Speicherung von Metadaten

F├╝r eine strukturierte Speicherung von Metadaten gibt es verschiedene M├Âglichkeiten und Wege, die einerseits von dem Zeitpunkt (synchron mit der Datenerhebung oder im Nachhinein) und andererseits von der Art der Metadatenerfassung (manuell oder automatisiert) abh├Ąngen.

Grunds├Ątzlich sollten Metadaten so fr├╝h wie m├Âglich, also bereits bei der Generierung von neuen digitalen Objekten oder am Anfang eines neuen Forschungsvorhabens vergeben werden, auch wenn diese noch nicht vollst├Ąndig angegeben werden k├Ânnen. Somit wird vermieden, dass Informationen im Nachhinein nicht mehr nachgetragen werden k├Ânnen, da sie vergessen wurden oder sich nicht mehr ermitteln lassen. Eine regelm├Ą├čige Aktualisierung und kontinuierliche Metadatenpflege ist ratsam und f├╝r manche Daten, wie etwa 3D-Scans oder Geodaten auch erforderlich.

Abh├Ąngig vom verwendeten Dateiformat k├Ânnen Metadaten auch direkt in eine Datei integriert werden. Dies kann teilweise automatisiert erfolgen, wie beispielsweise bei digitalen Fotos. Hier werden von der Kamera automatisch technische Angaben zu Dateiformat, Verschlusszeit, Blenden├Âffnung, Farbinformationen usw. direkt in der Bilddatei hinterlegt. Je nach Ger├Ąt k├Ânnen ├╝ber die Voreinstellungen auch deskriptive Informationen wie Fotograf, Aufnahmedatum, Land etc. hinzugef├╝gt werden. ├ähnliche Verfahren zur automatischen Metadatenerzeugung sind auch bei Vermessungsger├Ąten ├╝blich. Die durch Ger├Ąte generierten Metadaten werden unmittelbar in einem besonderen Bereich und auf standardisierte Weise in der resultierenden Datei gespeichert, etwa bei Fotos im Format Exif im Header der Datei.

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Beispiel der Metadaten eines PDF-Dokumentes im Programm Adobe Reader. Die Metadaten k├Ânnen unter "Datei > Eigenschaften" angezeigt und ver├Ąndert werden.
Beispiel der Metadaten eines PDF-Dokumentes im Programm Adobe Reader. Die Metadaten k├Ânnen unter "Datei > Eigenschaften" angezeigt und ver├Ąndert werden.
Mit Hilfe von editierbaren Dateieigenschaften k├Ânnen auch in anderen Dateiformaten, wie etwa DOCX, ODT oder PDF, Metadaten direkt im Header gespeichert werden. Dabei ist jedoch eine manuelle Eingabe mit Hilfe der passenden Software erforderlich. Diese Informationen k├Ânnen ├╝ber die Eigenschaften einer Datei angezeigt und teilweise ver├Ąndert und erg├Ąnzt werden, was in der nebenstehenden Abbildung f├╝r ein PDF-Dokument zu sehen ist. Bei der Auswahl von Anwendungen sollte darauf geachtet werden, ob diese spezifischen Metadaten entweder als separate Datei exportiert oder ob sie mit den Dateien, in denen sie enthalten sind, auch unabh├Ąngig von der urspr├╝nglichen Software ge├Âffnet werden k├Ânnen.

Bei textbasierten (insbesondere XML-basierten) Dateiformaten oder Textdateien, die Auszeichnungssprachen verwenden (wie etwa SVG-, HTML- oder XML-Dateien), k├Ânnen Metadaten leicht mittels Auszeichnungselementen im Header der Datei integriert werden. Konkrete Hinweise f├╝r die Bearbeitung und Erg├Ąnzung von Metadaten f├╝r bestimmte Dateiformate sind in den entsprechenden Abschnitten im Kapitel Dateiformate zu finden. Auch Hinweise f├╝r die Extraktion von Metadaten in separate Dateien sind ebenfalls in den entsprechenden Abschnitten zu finden.

F├╝r Dateiformate, in denen kein eigener Metadatenbereich vorgesehen ist, oder f├╝r ├╝bergeordnete projekt- und methodenbezogene Metadaten, ist eine Speicherung in separaten Dateien oder Systemen erforderlich. Hierf├╝r eignen sich Tabellen und Datenbanken, da diese die Erfassung mithilfe spezifischer Eingabemasken, einer gezielten Suche und einer strukturierten Sicherung von Metadaten erleichtern. Zus├Ątzlich erlauben sie eine (Teil-)Automatisierung der Metadaten, wie etwa die automatische Speicherung des Datums der letzten Bearbeitung eines Datensatzes und den Namen des Bearbeiters. Ein weiterer Vorteil der Erfassung von Metadaten in Tabellen oder Datenbanken besteht in der effizienten Bearbeitung von Merkmalen, die f├╝r mehrere Dokumente identisch sind, wie beispielsweise der gleiche Ma├čstab f├╝r alle Zeichnungen eines Projektes.

Bei der Speicherung von Metadaten in separaten Dateien muss in besonderer Weise darauf geachtet werden, dass die Beziehungen zwischen beiden Einheiten eindeutig und aktuell sind. Wird etwa bei den Metadaten der Name einer Datei zur Identifizierung verwendet, muss sichergestellt werden, dass dieser einmalig ist (ggf. in Kombination mit seinem Speicherort) und dass im Falle der Umbenennung der Datei der Eintrag auch bei den Metadaten aktualisiert wird.

Die Erfassung von Metadaten in einer Freitextdatei sollte vermieden werden, da diese meist nicht automatisiert durch Computer ├╝berpr├╝ft und verarbeitet werden k├Ânnen.

Bei Dokumenten mit Textinhalt k├Ânnen beschreibende Metadaten auch automatisch erzeugt werden, indem nach charakteristischen Zeichenketten gesucht wird und Schlag- und Stichworte extrahiert werden. Allerdings reicht die Qualit├Ąt einer automatischen Erschlie├čung bislang nicht an eine manuelle und intellektuelle Metadatenvergabe heran, da maschinell nicht nur sinnvolle Deskriptoren herausgefiltert werden.

F├╝r die ├ťbergabe von Dateien und Metadaten an ein Langzeitarchiv gilt die Empfehlung, die Metadaten sowohl in den Originaldateien selbst als auch in einem separaten, strukturierten und textbasierten Dokument vorzuhalten: in den Originaldateien selbst, um keine verwaisten, also undokumentierten Werke zu erzeugen, und als separate Textdatei, um eine automatisierte Verarbeitung und den Austausch von Referenzangaben zu vereinfachen.

Autoren: 

Bibby

David
Landesamt f├╝r Denkmalpflege Baden-W├╝rttemberg

Gerth

Philipp
DAI

Heinrich

Maurice
DAI - IANUS

Jahn

Sabine
ehemals DAI - IANUS

Ludwig

Bernhard
DAI Istanbul

Posluschny

Axel
Keltenwelt am Glauberg

Siegloff

Eicke
Arch├Ąologisches Landesamt Schleswig-Holstein

Sieverling

Anne
DAI - IANUS

Trognitz

Martina
DAI - IANUS

Letzte Änderung: 18. November 2017