Projektphasen

Im Umgang mit digitalen Daten gelten f├╝r jede Phase eines Forschungsprojektes unterschiedliche Anforderungen und Bedingungen. Da Forschungsdaten einem Lebenszyklus unterliegen, haben Entscheidungen und Arbeitsschritte, die in einer bestimmten Phase getroffen werden, auch Auswirkungen auf die anderen Phase des Datenkreislaufs. Bereits bei Entwurf und Planung eines neuen Forschungsprojektes muss ├╝berlegt werden, welche Informationen bereits digital existieren, welche Arten von Dateien neu erzeugt werden m├╝ssen, welche Informationstechnologien zum Einsatz kommen sollen und wie das Management der Forschungsdaten gestaltet sein wird.

Insofern gilt es einige Aspekte so fr├╝h wie m├Âglich, h├Ąufig noch vor der Erstellung der ersten Datei, zu adressieren:

  • Informationen ├╝ber existierende Standards und Richtlinien einholen
  • Entscheidungen ├╝ber die zu verwendenden Dateiformate und Softwareprogramme f├Ąllen
  • Verantwortliche f├╝r das Datenmanagement bestimmen
  • Kriterien f├╝r die laufende Dokumentation entwickeln
  • Konventionen f├╝r die Benennung und Versionierung von Dateien festlegen
  • Strategien zur Speicherung und Sicherung definieren
  • Geeignete Infrastrukturen f├╝r die Archivierung ausw├Ąhlen und kontaktieren

Diese und weitere Fragen zur Vorbereitung, Durchf├╝hrung und Nachbereitung eines Projektes werden im Folgenden anhand eines sogenannten Datenmanagementplans thematisiert. Der Datenmanagementplan bildet einen wichtigen Baustein zur Festlegung der Arbeitsabl├Ąufe im Umgang mit Forschungsdaten und f├╝r eine Kostenkalkulation.

Je mehr und je fr├╝her in den Einzelentscheidungen die Nachnutzung der Daten durch Dritte auch ├╝ber die Lebensdauer eines Projektes hinaus ber├╝cksichtigt wird und die Langzeitarchivierung als kontinuierliche Ma├čnahme und nicht als letzter Schritt eines bereits abgeschlossenen Projektes begriffen wird, umso leichter gelingt es, einmal erhobene Daten auch f├╝r die Zukunft zu erhalten. Die Archivierung der Daten nach Abschluss eines Projektes wird erleichtert, wenn schon w├Ąhrend der Durchf├╝hrung eines Projektes auf die konsequente Erf├╝llung der im Datenmanagementplan genannten Aufgaben geachtet wird.

Das Finanzierungskonzept eines Forschungsprojektes sollte neben Hard- und Softwareausstattung ausdr├╝cklich angemessene Anteile f├╝r Personalkosten und Dienstleistungen ber├╝cksichtigen. Im Zweifelsfall ist es ratsam, sich hierbei beraten zu lassen. Ab einer bestimmten Projektgr├Â├če bzw. Umfang der zu prozessierenden Daten sollten eine oder mehrere Personalstellen eingeplant werden, die ├╝berwiegend oder ausschlie├člich f├╝r IT-Belange zust├Ąndig sind.

Vor oder kurz nach Beginn des Projektes erstellte und kommunizierte Richtlinien, erm├Âglichen es allen Projektmitarbeitern diese auch einzuhalten. Auf diese Weise wird die Handhabung der Projektdaten erheblich erleichtert, da geregelte Ordnerstrukturen und vorgegebene Namenskonventionen das Auffinden der Daten vereinfachen, die parallele Dokumentation das Verstehen und die Nachnutzung erm├Âglicht und Sicherungskopien das Risiko eines Datenverlustes reduzieren.

Abweichungen von den hier aufgef├╝hrten Empfehlungen sind nicht auszuschlie├čen, doch sollten diese bewusst diskutiert und in Abw├Ągung der jeweiligen Vor- und Nachteile entschieden werden.

Autoren: 

Sch├Ąfer

Felix F.
DAI - IANUS

Trognitz

Martina
DAI - IANUS

Letzte Änderung: 4. April 2016